Am besten erkundet man Triest zu Fuß, da die meisten Sehenswürdigkeiten nah beisammen liegen und man so auch in kleinere Gassen stolpert.
Walkingtours
Wir haben uns für eine Free Walking Tour entschieden und haben einen super Überblick zu Triest bekommen, viele tolle Ecken gesehen und über Kultur und Geschichte gelernt. Empfehlen können wir den Guide Giovanni von Freetour Triest. Er bietet seine Touren auf Englisch täglich um 10:00 Uhr und manchmal auch nachmittags an.
Falls du das Konzept einer Free Walking Tour noch nicht kennst: Locals (oft Studenten) zeigen dir auf einer Tour von ca. 1,5-2 Stunden „ihre“ Stadt. Inkludiert sind die Hauptsehenswürdigkeiten und meistens auch etwas unbekanntere Plätze. Die Bezahlung erfolgt auf Trinkgeldbasis am Ende der Tour und man kann die Höhe davon abhängig machen, wie es einem gefallen hat. Bisher haben wir die jungen Leute in unterschiedlichsten Städten als sehr engagiert kennengelernt und sie haben sich ihre Vergütung sicher verdient. Katinsky Tipp: unbedingt Bargeldnoten unterschiedlicher Denominationen dabeihaben.
Der Tourismusverband von Triest bietet auch einen Audioguide und Stadtplan an, mit dem man die Stadt mit Erklärungen im Ohr auf eigene Faust erkunden kann. Vorteil: der Audioguide wurde in mehrere Sprachen, u.A. Deutsch, übersetzt. Erhältlich ist das Ganze für ca. 5 Euro pro Person am Infopoint des Tourismusverbandes.
Weitere Informationen zur Audiotour findest du hier.
Sehenswürdigkeiten in Triest
Hier listen wir dir einige schöne Ecken und Sehenswürdigkeiten auf:
Piazza d’Unità d’Italia: Hauptplatz mit historischen Gebäuden am Meer. Auch das Rathaus befindet sich dort. Beeindruckend ist es, wenn man vom Platz aus die riesigen Kreuzfahrtsdampfer am Hafen sieht.
Canale Grande: Kanal durch die Altstadt, an dem man schön flanieren kann
Piazza della Borsa: früheres, wirtschaftliches Zentrum der Stadt durch die Börse. Nun ein schöner Platz zum Flanieren.
Teatro Romano: römisches Amphitheater für einst 3000 Zuschauer. Heute kann man durch die Ruinen spazieren
Castello di San Giusto: Triests mittelatlerliche Festung kann besichtigt werden und beherbergt ein Museum über die Stadtgeschichte. Falls man das Castello nicht besichtigen möchte, lohnt sich der Aufstieg für die wunderschöne Aussicht über die Stadt und das Umland. Katinsky Tipp: wenn man nicht ins Schwitzen kommen möchte, kann man den kostenlosen Aufzug der San Giusto Parkgarage nehmen. Einfach der Beschilderung des „ascensore“ in der Parkgarage folgen. Hinunter kann man vorbei an der Kathedrale di San Giusto Martire einem schönen Weg folgen.
Viale XX Settembre: eine Flaniermeile mit Fußgängerzone und vielen Gastgärten und Restaurants
Schöne Plätze um Triest
Strand von Barcola: Stadtteil ca. 4 km außerhalb mit kleinem Park und Meerzugang, den man einfach mit dem Bus oder Öffi-Boot erreichen kann. Dort haben wir es sehr genossen. Verweilt werden kann im Schatten unter den Pinienbäumen. Die kleinen Läden an der Straße sorgen für die kulinarische Verpflegung.
Schloss Miramare: erbaut von den Habsburgern ist es ein gut erhaltenes Schloss mit weitläufigem, schönen Garten bei Grignano
Sentiero Rilke: Ca. 2 km langer Panoramaweg an der Küste entlang, benannt nach dem Dichter Rainer Maria Rilke. Der Weg startet in Sistiano am Naturpark der Kliffe von Duino und endet am Castello di Nuovo di Duino
Grotta Gigante: eine große, unterirdische Tropfsteinhöhle, die auf einer ca. einstündigen Tour besichtigt werden kann
Kulinarisches
Kaffee in Triest
Triest hat sich durch den Hafen in der Monarchie zu DEM Handelsplatz für Kaffee etabliert und zählte um 1900 zu den größten Kaffeehandelsplätzen.
Kaffee gehörte in Italien schon früh zum Grundnahrungsmittel, aber war nicht für jeden leistbar. Um den Kaffeegenuss für alle zu ermöglichen, wurden Fixpreise pro Region für den Espresso, der an der Bar im Stehen getrunken wird (Espresso al bar), eingeführt. Das hält sich bis heute und Preise, für einen stehend getrunkenen Espresso, liegen derzeit bei durchschnittlich 1,20 Euro in Italien.
Etabliert haben sich in Triest auch einige namhafte Kaffeeröstereien wie z.B. Illy oder auch Hausbrandt. Die Rösterei Hausbrandt wurde 1892 von Hermann Hausbrandt, österreichischer Handelsmarinekapitän, gegründet. Er kaufte am Hafen Kaffeebohnen und begann sie selbst zu rösten.
Zudem finden sich auch kleinere Röstereien in Triest wie z.B. La Triestina.
Obwohl Triest in Italien liegt, gelten bei der Kaffeebestellung andere Regeln.
Hier eine kleine Übersetzung:
Italien generell --> Triest speciale
- Espresso --> un nero (manchmal auch im Glas)
- Cappuccino --> un caffelatte
- Macchiato --> un capo (manchmal auch im Glas)
- Cornetto (Croissant) --> Brioche
Aber keine Sorge, die Kellner werden dich auch sonst verstehen, sodass dem dolce vita in Triest nichts im Weg steht.
Die Stadt hat einen speziellen Kaffeepass eingeführt mit dem man z.B. 8 Kaffees für 7 Euro bekommt. Erhältlich ist der Kaffeepass am Infopoint des Tourismusverbandes.
Wo trinkt man den Kaffee nun am besten?
Caffé San Marco: fast schon antikes Kaffeehaus mit feiner Kaffee- und Kuchenauswahl. Die gefüllten Brioches sind herrlich. Einladend ist auch die kleine Buchhandlung im Kaffeehaus. Etwas weg vom Stadtzentrum, aber einen Besuch wert.
Caffé Torinese: uriges Kaffeehaus, zentral gelegen Nähe Piazza della Borsa
Caffé degli Specchi: Hier gingen einst die Literaten Franz Kafka und James Joyce ein und aus. Namensgebend für das Kaffeehaus am Piazza d’Unità, die vielen Spiegel
Restaurants und Bars
Die cucina italiana so richtig auskosten, das kann man gut in Triest. Primi, secondi piatti oder Pizza und erst die leckeren dolci lassen keine Wünsche offen.
Wer Lust auf Fisch hat, wird im Pier am Hafen fündig und genießt noch dazu eine wunderschöne Aussicht auf Segel- und Motorboote. Wenn die Sonne über die Masten sinkt, ist die Stimmung perfekt.
Wir haben verschiedene Pasta- und Fischgerichte bestellt, die alle sehr gut waren und auch das Tiramisu zum Abschluss hat definitiv überzeugt. Unbedingt vorab online oder telefonisch reservieren.
Hip und cool ist auch die Rooftopbar im selben Gebäude mit einer guten Auswahl an Cocktails. Am Wochenende war die Bar, vorwiegend von Einheimischen, gut besucht, und das Tanzen zu DJ Klängen hat den Abend perfekt ausklingen lassen.
La Betola ist eine traditionelle italienische Osteria mit Charme. Der Gastgarten mit rot-weiß-karierten Tischdecken hat Susi und Strolch Charakter und befindet sich in einem Innenhof. Die Osteria wurde uns als Empfehlung genannt, die wir sehr gerne weiterempfehlen.
Zu unserer Verwunderung gab es zwei Terrassen und man sollte darauf achten, die Terrasse „ums Eck“ im Innenhof zu wählen. Dort trifft man beim Essen auf Einheimische und kann der italienischen Sprache lauschen.
Die Speisen waren sehr gut, wir wurden von Giovanni sehr freundlich bedient und haben den Abend dort sehr genossen.
Osteria Salvagente
Eine nette Osteria Nähe Hafenbucht, die in einer ruhigen Gasse gelegen ist. Die Speisekarte ist provisorisch auf A4 Zetteln handgeschrieben oder auf einer Kreidetafel ersichtlich und gibt dem Lokal daher einen besonderen Charme.
Wir haben zur Vorspeise Jakobsmuscheln gewählt und uns dann für Pastagerichte mit verschiedenen Meeresfrüchten entschieden. Die Spaghetti Vongole waren ein Traum. Der Inhaber verwendet die „Caparozzoli“ Muscheln dafür. Diese werden nicht gezüchtet und sind somit Muschelwildfang. Des Weiteren finden sich eine deliziose Auswahl an Fischgerichten auf der Karte, um sich durch die Vielfalt des Meeres schlemmen zu können. Die Osteria bietet auch eine Weinkarte, wobei wir die Bestellung des Hausweines empfehlen können.
Viele Tische gibt es nicht, daher unbedingt vorab telefonisch reservieren.
Eine der besten Eisdielen in Triest. Eine der besten deshalb, weil wir einfach nicht alle Eisgeschäfte während unseres Aufenthalts testen konnten.
Cavana Viertel
Im Cavana Viertel, ehemals Triests Rotlichtviertel, haben sich viele Bars etabliert und es geht geschäftig zu. Uns war es am Wochenende fast ein bisschen zu turbulent dort.
„Verstecktes Viertel“
Versteckt hinter der Piazza della Borsa und über den schmalen Durchgang Passo della Portizza erreichbar, tummeln sich ein paar sehr nette Restaurants und Bars. Speziell am Abend spielt sich alles auf den Gassen ab, wo wir es sehr genossen haben. Leider konnten wir den richtigen Namen dieses Viertels nicht ermitteln, aber „verstecktes Viertel“ trifft es für uns auch sehr gut.
Eine dunkel gehaltene Bar, etwas versteckt im ehemaligen Judenviertel. Angeboten werden von Weinen, Spritzgetränken bis hin zu verschiedenen Biersorten auch Cocktails. Bei entsprechender Stimmung der Gäste, kommt mit modernem Italo Pop auch Partystimmung auf und man feiert mit jungen Triestinern bis nach Mitternacht.
Eigentlich ein Fahrradverleih, verfügt dieser Shop über eine Bar und stellt einige Tische auf die Straße. Am Wochenende abends Musik des DJ Kollektivs „Patate in techno“ oder aus der Anlage. Junges und junggebliebenes Publikum und gute Spritzgetränke.
Italo Pop auf der Straße „Bar Gin please“
Auf dem Nachhauseweg sind wir noch auf diese Bar gestoßen: Gin please
Beziehungsweise wurde die Bar samt Tanzfläche auf die Gasse verlegt und ein buntes Publikum aus Gästen tanzte zu italienischen Liedern. Dies war nur unweit vom historischen Hauptplatz und das Flair blieb uns nahhaltig in Erinnerung.